Vorüberlegungen

Beitrag von Andreas am/um 28. März 2017 - 17:35

Arbeitsgrundlagen schaffen:

Entscheiden Sie sich am Anfang für die Anzahl der Bilder pro Sekunde, mit der der Film gemacht werden soll. Mehr Bilder machen Bewegungen flüssiger, die Filmerstellung aber auch aufwendiger. Wir haben mit 12 Bildern pro Sekunde gearbeitet.

Im Storyboard muß schon abgeschätzt werden, wie lange ein bestimmter Vorgang, z.B. das Blinzeln oder das Zuschnappen, dauert. Dann weiß man, in wieviele Bilder man diesen Vorgang aufteilen muß. Wir kamen so auf eine geschätzte Filmdauer von 19 Sekunden oder 228 Bildern.

Nur keine Änderungen:

Finden Sie vor den ersten Aufnahmen die richtige Einstellung und behalten Sie diese für die gesamte Szene bei. Machen Sie eine erste Probeaufnahme, die Sie genau untersuchen (Belichtung, Schärfe, Weißabgleich). Haben Sie die optimale Einstellung gefunden, achten Sie darauf, daß sie sich nicht mehr ändert.

Scheint die Sonne ins Zimmer und dauern die Aufnahmen länger, wird sich die Beleuchtung während der Aufnahmen ändern. Wir nehmen die Änderung im Laufe einiger Stunden gar nicht wahr. Gerafft auf vielleicht 10 Sekunden im Film fällt das aber sehr wohl auf.

Was sich im Film nicht bewegen soll, muß absolut unverändert bleiben. Wenn man versehentlich an das Stativ gestossen ist, ist es unmöglich, es wieder hundertprozentig an seinen alten Platz zurückzuschieben und der Film ruckelt an dieser Stelle. Versuchen Sie, möglichst alles zu fixieren, was sich fixieren läßt, denn nachträgliche Änderungen sind sehr zeitaufwendig oder unmöglich.

Achten Sie auch darauf, daß sich im Hintergrund nichts ändert, selbst wenn er nur unscharf ist. Tummeln sich dort z. B. Fliegen, wundern Sie sich später über schwarze Flecken, die kurz im Film auftauchen.

Alles durchdacht?

Wie kann jede Einstellung umgesetzt werden? Bei unserem Film ist die Darstellung der Fliege etwas knifflig. Wir sehen mehrere Möglichkeiten: Eine Fliege an einem Draht befestigen und von Bild zu Bild bewegen. Dann müsste aber in jedem Bild der Draht von Hand wegretuschiert weden. Oder man filmt erst ohne Fliege und fügt sie erst später am Computer in den Film ein. Oft werden Tiere auch speziell nach dem Drehbuch trainiert, was aber durchaus zeitaufwendig und schwierig ist.