Die Postproduktion

Beitrag von Andreas am/um 29. März 2017 - 22:56

Zum Schluß hatten wir 48 Bilder. Durch die Mehrfachverwendung von Bildern und Sequenzen wurden zum Schluß 240 Einzelbilder für den gesamten Film daraus (20 Sekunden). Keine schlechte Bilanz, die auch zeigt, wie wichtig die abschließende Nachbearbeitung (Postproduktion) für einen Film sein kann.

Nun wurden die Bilder von der Kamera in einen neuen Ordner auf der Festplatte des Computers kopiert. Sie sind von der Kamera netterweise in der Reihenfolge der Aufnahme durchnummeriert, was gut ist, da die meisten Videoprogramme die Bilder in dieser Reihenfolge importieren. Wir begutachten die Bilder nochmal mit einem Bildbearbeitungsprogramm. Kleine Schäden können hier noch behoben werden.

Dann wurde Bild für Bild in Flash importiert und dort auf einer Zeitleiste verteilt. Das hat den Vorteil, daß nun das Timing sehr einfach optimiert werden kann, indem die Bilder einfach länger oder kürzer angezeigt werden. Ganze Sequenzen lassen sich leicht duplizieren. Die Fliege bewegt sich auf einer eigenen Ebene einfach an einem konstruierten Pfad entlang über den Apfel. Der Titelvorspann wurde als normale Flash-Animation inklusive Überblendung dem eigentlichen Film vorangestellt.

Screenshot der Flash-Oberfläche.
In den oberen 2 Ebenen befinden sich die Tonspuren. Im unteren Bild ist der Bewegungspfad eingeblendet, an dem die Fliege entlang fliegt.

Verwenden Sie QuickTime Pro statt Flash, wählen Sie den Befehl "Bildsequenz öffnen..." und geben den Speicherort der Bilder und die gewünschte Bildwiederholrate an. Sind alle Bilder importiert, können Sie den Film schon ansehen. Speichern Sie den Film mit "Sichern unter..." als QuickTime-Datei ab. Diese Master-Datei können Sie jetzt noch bearbeiten (schneiden, Bilddauer verlängern, vertonen etc.). Welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, erfahren Sie in der QuickTime-Hilfe. Mit "Exportieren" speichern Sie dann ganz am Ende andere gewünschte Formate und Größen, z. B. für das Internet, ab. Bei anderen Programmen ist die Bedienung ziemlich ähnlich. Vorgehensweisen und Möglichkeiten stehen bestimmt in irgendeiner Dokumentation.

Erst wenn Sie mit allen Szenen zufrieden sind, sollten sie zum Vertonen übergehen.

Das Voice-Over

Ein Film gewinnt nochmal, wenn er vertont ist. Während bei einem Realfilm der Ton meist parallel gleich mit aufgenommen wird, ist dies bei einem Animationsfilm unmöglich und muß nachträglich geschehen. Soundeffekte dazu gibt es zu kaufen oder als Freeware im Internet. Aber wie so oft findet man man genau das nicht, was man gerade dringend braucht: ein geeignetes Fliegensummen scheint es noch nicht zu geben. Aber wer ein Mikrofon an seinen Computer anschließen kann und ein Soundprogramm dazu hat, muß nicht verzweifeln. Summen kann schließlich jeder. Erlaubt das Programm Verfremdungen, kann der Sound noch weiter optimiert werden, bis man zufrieden ist. Ein Beschleunigen bzw. Verlangsamen des Tones reicht meist schon, ein zusätzliches Echo kann auch mal nützlich sein. Drei der vier hier verwendeten Sounds sind selbstgemacht: dsas 'Summen', das 'Hamm!' des Zubeißens und das 'Schleck!' der Zunge. Für das Klicken der Augen beim Blinzeln fand sich ein geeigneter Sound in der Flash-Grundausstattung.

Mit Flash ist das Einfügen der Sounds in den Film und das Synchronisieren sehr einfach. Man importiert den Ton und schiebt den ihn auf der Zeitleiste einfach an die gewünschte Position.

Unter QuickTime fügen Sie wie folgt einen Ton zu dem Video hinzu: Öffnen Sie die Sounddatei, wählen "Alles markieren" und "Kopieren" Sie diesen Ton in die Zwischenablage. Dann aktivieren Sie die Videodatei, bewegen den Abspielzeiger mit der Maus oder den Cursortasten an die Stelle, wo der Sound eingefügt werden soll und wählen "Hinzufügen" im 'Bearbeiten'-Menü.